Die bundesweite Bilanz: Jeder Zweite besteht
Insgesamt haben sich für die Steuerberaterprüfung 2025/2026 bundesweit 5.801 Personen angemeldet. Davon wurden 5.706 tatsächlich zugelassen. Doch nicht alle, die zugelassen wurden, sind auch angetreten: 570 Kandidatinnen und Kandidaten sind vorher zurückgetreten - aus welchen Gründen auch immer, ob Prüfungsangst, private Umstände oder fehlende Vorbereitung.
Am Ende erschienen 5.136 Personen tatsächlich zur schriftlichen Prüfung. Während der Prüfung selbst warfen weitere 645 das Handtuch. Von den 4.491 Kandidatinnen und Kandidaten, die die schriftliche Prüfung vollständig abgelegt hatten, bestanden 2.407 die schriftliche Prüfung und wurden zur mündlichen Prüfung geladen. Insgesamt bestanden schließlich 2.255 Personen die Steuerberaterprüfung. Das entspricht einer bundesweiten Bestehensquote von 50,2 %. Mit anderen Worten: Etwas mehr als die Hälfte der Kandidatinnen und Kandidaten, die die schriftliche Prüfung vollständig abgelegt haben, bestand am Ende die Steuerberaterprüfung. Das zeigt, wie anspruchsvoll dieser Weg nach wie vor ist - und warum der Titel Steuerberater so viel wert ist.
Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Bekanntmachung der Statistik über die Steuerberaterprüfung 2025/2026, BStBl 2026 I S. 982.
Gut zu wissen
Die Bestehensquote von 50,2 % bezieht sich auf diejenigen Kandidatinnen und Kandidaten, die die schriftliche Prüfung vollständig abgelegt haben. Rücktritte während der schriftlichen Prüfung werden bei dieser Quote nicht als nicht bestanden gewertet.
Bestehensquote der Steuerberaterprüfung 2025/2026 nach Bundesland und Steuerberaterkammer
Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Bundesland und Steuerberaterkammer deutlich. Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Kandidatinnen und Kandidaten zur Prüfung erschienen sind, die schriftliche Prüfung vollständig abgelegt haben und das Steuerberaterexamen letztlich bestanden haben.
| Bundesland / Steuerberaterkammer | Zur Prüfung erschienen | Schriftliche Prüfung abgelegt | Insgesamt bestanden | Bestehensquote |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 662 | 576 | 292 | 50,7 % |
| ↳ Nordbaden | 154 | 132 | 59 | 44,7 % |
| ↳ Stuttgart | 391 | 346 | 181 | 52,3 % |
| ↳ Südbaden | 117 | 98 | 52 | 53,1 % |
| Bayern | 931 | 812 | 411 | 50,6 % |
| ↳ München | 656 | 573 | 290 | 50,6 % |
| ↳ Nürnberg | 275 | 239 | 121 | 50,6 % |
| Berlin | 254 | 205 | 91 | 44,9 % |
| Brandenburg | 59 | 46 | 22 | 47,8 % |
| Bremen | 68 | 52 | 25 | 48,1 % |
| Hamburg | 316 | 288 | 154 | 53,5 % |
| Hessen | 530 | 452 | 230 | 50,9 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 34 | 32 | 6 | 18,8 % |
| Niedersachsen | 385 | 345 | 163 | 47,2 % |
| Nordrhein-Westfalen | 1.316 | 1.164 | 601 | 51,6 % |
| ↳ Düsseldorf | 507 | 458 | 244 | 53,3 % |
| ↳ Köln | 384 | 321 | 168 | 52,3 % |
| ↳ Westfalen-Lippe | 425 | 385 | 189 | 49,1 % |
| Rheinland-Pfalz | 175 | 160 | 84 | 52,5 % |
| Saarland | 54 | 47 | 20 | 42,6 % |
| Sachsen | 116 | 99 | 47 | 47,5 % |
| Sachsen-Anhalt | 40 | 35 | 15 | 42,9 % |
| Schleswig-Holstein | 146 | 135 | 75 | 55,6 % |
| Thüringen | 50 | 43 | 18 | 41,9 % |
| Bundesgebiet | 5.136 | 4.491 | 2.255 | 50,2 % |
Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Bekanntmachung der Statistik über die Steuerberaterprüfung 2025/2026, BStBl 2026 I S. 982. Die Bestehensquote bezieht sich auf die Kandidatinnen und Kandidaten, die die schriftliche Prüfung vollständig abgelegt haben.
Bestehensquote im Vergleich zum Vorjahr
Die Bestehensquote der Steuerberaterprüfung 2025/2026 lag bundesweit bei 50,2 %. Damit fiel sie etwas niedriger aus als im Prüfungsjahr 2024/2025, in dem 52,1 % der Kandidatinnen und Kandidaten die Prüfung bestanden.
Auch im längerfristigen Vergleich liegt das aktuelle Ergebnis leicht unter dem Durchschnitt: Die durchschnittliche Bestehensquote der vergangenen zehn Jahre beträgt rund 51,3 %.
Im Überblick:
-2025/2026: 50,2 % Bestehensquote
-2024/2025: 52,1 % Bestehensquote
-10-Jahres-Durchschnitt: 51,3 %
Damit liegt die Bestehensquote 2025/2026 1,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahr und 1,1 Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt.
Die Spitzenreiter unter den Kammern
Schaut man sich die einzelnen Kammern an, gibt es deutliche Unterschiede. Schleswig-Holstein erzielte mit 55,6 % die höchste Bestehensquote. Von 135 Kandidaten, die die schriftliche Prüfung vollständig abgelegt hatten, bestanden 75 das Examen. Auch Hamburg (53,5 Prozent) und die Kammer Düsseldorf (53,3 Prozent) zeigten überdurchschnittliche Ergebnisse.
Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete mit 18,8 % die niedrigste Bestehensquote. Von 32 Kandidatinnen und Kandidaten, die die schriftliche Prüfung vollständig abgelegt hatten, bestanden 6 die gesamte Prüfung. Das ist die mit Abstand schwächste Quote im gesamten Bundesgebiet. Auch Thüringen (41,9 Prozent) und das Saarland (42,6 Prozent) lagen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.
Wo die meisten Kandidaten antraten
Größenmäßig gibt es klare Favoriten unter den Bundesländern. Nordrhein-Westfalen stellte mit 1.316 erschienenen Kandidaten die mit Abstand größte Gruppe - kein Wunder, schließlich ist es das bevölkerungsreichste Bundesland. Bayern folgte mit 931 Teilnehmern, Baden-Württemberg mit 662.
Innerhalb Bayerns lagen München und Nürnberg nahezu gleichauf: Beide Kammern erreichten eine Bestehensquote von rund 50,6 % (ein spannender Zufall).
Was die Zahlen wirklich bedeuten
Die großen Unterschiede zwischen den Kammern werfen die Frage auf: Woran liegt das? Ein einzelner Grund lässt sich aus den nackten Zahlen nicht ablesen, aber ein paar Muster fallen auf. Kleinere Kammern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Thüringen haben naturgemäß kleinere Teilnehmerzahlen - dadurch schlägt jeder einzelne Kandidat stärker auf die Prozentzahl durch. Ein einzelner "Ausreißer-Jahrgang" mit vielen schwächer vorbereiteten Kandidaten kann die Statistik in solchen Fällen deutlich verzerren.
Bei den großen Kammern wie Nordrhein-Westfalen oder Bayern gleichen sich Schwankungen eher aus, weil die Teilnehmerzahl so hoch ist. Das erklärt, warum die Erfolgsquoten dort näher am Bundesdurchschnitt liegen.
Für angehende Prüflinge
Rücktritte: Ein unterschätzter Faktor
Auffällig ist auch die Zahl der Rücktritte. Bundesweit sind 570 Personen bereits vor der Prüfung zurückgetreten, weitere 645 während der laufenden Prüfung. Zusammengerechnet sind das über 1.200 Personen, die den Weg gar nicht bis zum Ende gegangen sind. Das zeigt: Die psychische und fachliche Belastung dieser Prüfung darf nicht unterschätzt werden. Wer sich anmeldet, sollte sich der enormen Vorbereitungszeit bewusst sein, die notwendig ist, um überhaupt bis zum Ende durchzuhalten.
Die Steuerberaterprüfung 2025/2026 bestätigt erneut, wie selektiv dieser Berufsweg ist. Mit einer bundesweiten Erfolgsquote von 50,2 Prozent bleibt die Prüfung eine der anspruchsvollsten in Deutschland. Wer sie besteht, hat sich einen Platz in einem angesehenen und gefragten Berufsstand verdient.
Wenn du selbst auf dem Weg zur Steuerberaterprüfung bist, nimm diese Zahlen nicht als Abschreckung, sondern als realistische Einordnung. Plane deine Vorbereitung gründlich, informiere dich zum Beispiel bei ESH in einer Prüfungsberatung und lass dich von den Durchfallquoten nicht entmutigen - am Ende zählt deine individuelle Vorbereitung, nicht die Statistik.
Für angehende Prüflinge
Wenn du selbst antreten willst, schau dir nicht nur die Bundesquote an, sondern informiere dich über die Herausforderungen deiner Vorbildung. Manche Wege sind bekannt für schlechtere Ergebnisse - das kann bei der Prüfungsvorbereitung eine Rolle spielen.
Häufige Fragen zu den Ergebnissen der Steuerberaterprüfung 2025/2026
Wie hoch war die bundesweite Bestehensquote der Steuerberaterprüfung 2025/2026?
50,2 Prozent der Kandidaten, die die schriftliche Prüfung vollständig abgelegt haben, haben die Prüfung erfolgreich bestanden.
Welche Steuerberaterkammer hatte 2025/2026 die höchste Bestehensquote?
Schleswig‒Holstein erzielte mit 55,6 Prozent die höchste Erfolgsquote unter allen Kammern.
Welche Kammer schnitt am schlechtesten ab?
Mecklenburg‒Vorpommern verzeichnete mit nur 18,8 Prozent die niedrigste Erfolgsquote im gesamten Bundesgebiet.
Wie viele Personen sind insgesamt zur Prüfung angetreten?
Bundesweit erschienen 5.136 Personen zur schriftlichen Prüfung, von denen letztlich 2.255 die gesamte Prüfung bestanden haben.
Wie viele Kandidaten traten von der Steuerberaterprüfung 2025/2026 zurück?
570 Personen traten bereits vor der Prüfung zurück. Weitere 645 Kandidatinnen und Kandidaten brachen während der schriftlichen Prüfung ab. Die amtliche Statistik nennt keine Gründe für diese Rücktritte.
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